Dr. Görne, Frank
Unsere kulturellen Wurzeln reichen bis in die Antike. Hinter dieser einfachen Aussage steckt mehr Sprengkraft, als sie auf den ersten Blick vermuten lässt. Es ist nämlich gar nicht klar, was eigentlich mit "Wir", mit "kulturellen Wurzeln" und sogar mit "Antike" gemeint sein soll. Doch für Rechtsextreme scheint dies auf der Hand zu liegen: Die kulturellen Wurzeln gehören ihnen und nicht den anderen. Daher meinen sie, wenn sie von der Antike reden, das verlorene Paradies oder das angestrebte Ideal - je nachdem welches Ziel sie verfolgen. Auf jeden Fall aber, dient die Antike als gemeinsamer Bezugspunkt, aus dem der Rechtsextremismus seine vermeintliche Legitimation zu ziehen glaubt. Für diejenigen, die sich für die liberale Demokratie starkmachen, ist es umso wichtiger, einen Blick zurück in die Vergangenheit zu werfen. So können sie sich gegen die antikisierenden Zerrbilder, die die internationale Rechte vor sich herträgt, wappnen.
Auch die alten Griechen und Römer machten gerne Späße und liebten es, zum Lachen gebracht zu werden. So konnte in den Komödien des Griechen Aristophanes schon mal ein Chor alter Männer im Wespenkostüm auf die Bühne stürmen, um den Protagonisten mit seinem Stachel zu bedrohen. Dass dabei der Stachel, anders als bei der Vorlage aus der Natur, nicht am Hinterteil, sondern an anderer prominenter Stelle angebracht war, mochte dabei durchaus den Nerv des athenischen Publikums treffen, dem derbe Späße eine ganz besondere Freude machten. Und was der berühmte römische Redner Marcus Tullius Cicero seinen politischen Gegnern mitunter an den Kopf warf, wird das Zwerchfell manches würdevollen Senators strapaziert haben. Wie sehr die Welt der Antike auch uns noch zum Lachen anregen kann, haben unter anderem Asterix und Obelix ein fürs andere Mal unter Beweis gestellt. Der Workshop widmet sich der heiteren Seite der Antike und den modernen Interpretationen, die mit einem Augenzwinkern auf das Altertum schauen.