Christa Kluxen, Imkerin

Was Sie schon immer über Bienen wissen wolltenEin Interview mit Imkerin Christa Kluxen

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Christa Kluxen bietet in der vhs Halstenbek verschiedene Kurse zur Imkerei an und verrät uns hier, was Bienen brauchen und Imker wissen müssen. Und was wir alle tun können, um die Bienen zu schützen.




Wie sind Sie zur Imkerei gekommen?

Zur Imkerei bin ich durch meinen Vater gekommen, der sich in NRW fünf Bienenvölker hielt. Imkerei ist ein Lehrberuf: Drei Jahre Ausbildung zur Tierwirtin, Fachrichtung Imkerei. Wer mit der Hobby-Imkerei beginnen möchte, sollte dies vor Augen haben.

Was fasziniert Sie an Bienen?

In einem Bienenstock leben bis zu 50.000 Tiere auf engstem Raum zusammen. Hier sind alle gleichberechtigt. Sie pflegen selbstlos ihren Nachwuchs und sammeln Nahrung für die nächste Generation. Bienen sind filigrane Wesen, sie wiegen nur 0,1 g.

Was können wir von Bienen lernen?

Arbeitsteilung im Bienenstock ist selbstverständlich. Zuerst putzt eine Jungbiene ihre Zelle, aus der sie geschlüpft ist. Dann wärmt sie als Ammenbiene die Brut und füttert diese. Später wird sie Baubiene und schwitzt Wachs aus. Sie stampft Pollen ein und trägt Nektar um. Außerdem verteidigt sie das Flugloch, bevor sie nach drei Wochen Flugbiene wird und Blüten bestäubt, Nektar sammelt, Wasser in den Stock einträgt oder Propolis sammelt.

Ihre Herausforderung als Imkerin?

Wer Imker werden möchte, sollte sich bewusst machen, dass er eine große Verantwortung für seine Bienen übernimmt, um diese gesund zu erhalten. Die Varroamilbe ist der größte Feind unserer Honigbiene. Dieser muss mit organischen Säuren bekämpft werden. Die Milbe verursacht durch Übertragung von Viren große Schäden. Vor 40 Jahren brauchten die Bienen den Imker noch nicht, um zu überleben. Das ist heute anders.

Was sollten sich Jungimker hinter die Ohren schreiben?

Urlaub in der Zeit von Mitte April bis Juli kann ein Imker nur nehmen, wenn er eine Vertretung hat, die nach seinen Bienenstöcken schaut. Es herrscht Schwarmzeit.

Womit können Hobbygärtner Bienen unterstützen?

Hobby-Gärtnern sei die „Bienen-App“ ans Herz gelegt. Hier sind alle Pflanzen verzeichnet, die besonders viel Pollen und Nektar liefern.

Ist es eigentlich kein Problem, den Bienen ihren Honig wegzunehmen?

Nach der letzten Honigernte Ende Juli wird den Bienen als Winterfutter je Volk 21 l Futtersirup gefüttert.

Man hört ja immer wieder vom „Bienensterben“ – wie ist es Ihrer Meinung nach um die Wildbienen bestellt? Und wie geht es den Honigbienen?

Die Krefelder Studie besagt, dass es in den letzten 30 Jahren ca. 75 % Insekten weniger gibt. Dazu gehören auch die Honigbienen und Wildbienen. Was können wir tun, um das Artensterben einzudämmen? Wildblumen in Garten und Feld zu dulden wäre ein guter Ansatz. Insektenhotels bewirken nur etwas, wenn diese artgerecht gestaltet werden (glatte Bohrlöcher in verschiedenen Größen). Eine leere Konservendose bestückt mit Holunderstängeln wird im Frühjahr gut von Wildbienen angenommen.

Kann ich meine Bienen auch sich selbst überlassen oder braucht mein Bienenstock ständige Pflege?

Ein Bienenvolk sollte von Mitte April bis Anfang Juli wöchentlich einmal (auf Schwarmtrieb) kontrolliert werden. Ein Schwarm ist die natürliche Vermehrung eines Bienenvolks. Er findet jedoch in heutiger Zeit nur wenig geeignete Nistmöglichkeiten (hohle Bäume).

Brauche ich besondere Voraussetzungen um Ihre Imkerkurse zu belegen?

Ein Imkerkurs kann von jedem Naturliebhaber besucht werden - egal ob er Bienen halten möchte oder nicht.


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