Sandra Dünschede Autorin und Dozentin

"Geschichten sind mein Leben." Ein Interview mit Sandra Dünschede

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Sandra Dünschede ist  erfolgreiche Autorin und unterrichtet seit mehr als 10 Jahren als Dozentin im Bereich des kreativen Schreibens. Ihr Literaturkreis in der vhs Halstenbek findet einmal im Monat, immer mittwochs um 16.45 Uhr statt, die Schreibwerkstatt im Anschluss daran.




Frau Dünschede, was bedeutet Literatur für Sie?

Alles. Meine Welt besteht von Kindesbeinen an zum größten Teil aus Literatur – entweder aus Geschichten, die ich gelesen oder mir selbst ausgedacht habe. Literatur weckt unsere Fantasie, vermittelt Spaß an Sprache und Ausdruck, zeigt, welche Macht das geschriebene Wort haben kann. Mit Literatur kann ich andere Menschen erreichen, sie bewegen, berühren, an etwas Teil haben lassen – es gibt hunderte Gründe, warum Literatur unser Leben bereichert. Der wichtigste ist meiner Meinung nach, dass die Literatur uns das Leben erklärt.

Wie ist das zu verstehen – die Literatur erklärt uns das Leben?

In unserem Leben gibt es tagtäglich Ereignisse, mit denen wir umgehen müssen. Trennung, Trauer, Liebe, Verbrechen, usw. Diese Ereignisse bilden auch die Grundlage für Literatur, dennoch gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen dem Leben und der Literatur. Nehmen wir als Beispiel einmal den Selbstmord eines Freundes. Das Leben sagt uns: ‚Er hat es getan‘. Die Literatur würde uns zeigen: ‚Er hat es getan, weil …‘. In unserem Leben geschieht oftmals Unerklärliches, daher brauchen wir die Literatur, um die Welt zu verstehen, um uns zu verstehen, uns zu hinterfragen, zu vergleichen, uns selbst und Ereignisse wie beispielsweise ein Attentat, einen Krieg oder vielleicht eine Erkrankung einordnen zu können. Daher ist Lesen heutzutage wahrscheinlich sogar noch wichtiger denn je.

Und was genau machen Sie in Ihrem Literaturkreis?

Zunächst wählen wir gemeinsam ein Buch aus, das wir lesen. Beim Treffen sprechen wir über unsere Empfindungen über das Gelesene, stellen Fragen, suchen Antworten und Interpretationsmöglichkeiten. Wir ziehen Parallelen zwischen der fiktionalen und der realen Welt und überlegen, was jede/r für sich selbst aus diesem Buch über die Welt und sich erfahren kann.

Wie sind Sie selbst zum Schreiben gekommen?

Wie bereits oben erwähnt, spielen Geschichten seit meiner frühesten Kindheit eine bedeutende Rolle in meinem Leben. Meine Lehrerin in der Grundschule sagte schon, ich hätte eine blühende Fantasie und irgendwann mussten diese Geschichten, die in mir waren, einfach ‚raus‘. So habe ich angefangen – zunächst mit Kurzgeschichten und Erzählungen, später ist dann mein erster Kriminalroman entstanden, der 2006 veröffentlicht wurde.

Und nun unterrichten Sie das kreative Schreiben, warum?

Weil es mich fasziniert, was in jedem von uns steckt. Es macht mir Spaß, Menschen dabei zu unterstützen, diese Geschichten in sich zu entdecken – denn jede/r hat etwas zu erzählen. Und dann gibt es entsprechendes Handwerkszeug, mit dem aus diesen Geschichten dann Literatur wird, die andere Menschen berührt, bewegt, interessiert, fesselt … Und dieses Rüstzeug gebe ich anderen gerne mit auf den Weg, damit weiterhin Literatur entsteht, die uns die Welt erklärt.


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